Aldi, Rewe und Co.: Große Knappheit! Produkt wird zur Mangelware

Aldi, Rewe und Co.: Große Knappheit! Produkt wird zur Mangelware
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Aktuell stehen Kunden in vielen Supermärkten bei der Suche nach Sardinen vor leeren Regalen. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei diversen Händlern belegt ein ausgedünntes Angebot. Der Lieferdienst Picnic bestätigt die Problematik ebenso wie Kaufland. Zuvor griff bereits die Zeitung Die Welt das Thema auf.
Bei Aldi Nord fehlen derzeit zeitweise bestimmte Produkte. Das Unternehmen teilt mit: „Die Verfügbarkeit von Sardinen ist aktuell aufgrund herausfordernder Bedingungen beim Fischfang teilweise eingeschränkt.“ Rewe meldet ebenfalls Probleme bei Eigen- und Markenartikeln. Auf Nachfrage erklärt Lidl: „Aktuell kann es aufgrund einer steigenden Nachfrage nach Sardinen punktuell zu Verfügbarkeitseinschränkungen kommen.“
📌 Das wusstest du noch nicht über Sardinen
Schwarmfische mit hohem Nährwert: Sardinen sind kleine, silbrig glänzende Fische, die in riesigen Schwärmen im offenen Meer leben. Sie zählen zu den nährstoffreichsten Fischen überhaupt – reich an Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Kalzium und Protein.
Kurzlebig und schnell wachsend: Sardinen werden meist nur 2 bis 4 Jahre alt und erreichen eine Länge von etwa 15 bis 25 cm. Aufgrund ihrer kurzen Lebenszeit und hohen Fortpflanzungsrate gelten sie als vergleichsweise nachhaltige Fischart, wenn sie nicht überfischt wird.
Namensherkunft: Der Name „Sardine“ stammt vermutlich von der italienischen Insel Sardinien, vor deren Küsten die Fische früher besonders häufig gefangen wurden. Übrigens ist „Sardine“ eher ein Sammelbegriff für mehrere kleine Heringsartige Fischarten als eine einzelne biologische Art.
Echter Social-Media- und Lifestyle-Trend: 2025 hat sich Sardine regelrecht zu einem popkulturellen Phänomen entwickelt: Der Trend „Sardinecore“ bzw. „Sardine Girl Summer“ prägt Mode, Beauty und Ernährung – von Sardinen-Prints auf Kleidung über Handtaschen (z. B. von Bottega Veneta) bis zu Nail-Art-Designs. Google-Suchanfragen nach Sardinenkonserven stiegen laut CNN in den letzten 90 Tagen um bis zu 2.750–4.000 % für bestimmte Marken, und der Hashtag #sardinebag erzielte Millionen Views auf TikTok.
Massive Einbrüche bei den Fangmengen
Hinter dem Mangel steckt ein handfestes Problem in den Hauptfanggebieten. Stefan Meyer vom Fisch-Informationszentrum in Hamburg kennt die Ursachen. Er erklärt: „Die für den europäischen Markt wichtigste Sardinenfischerei vor den Küsten von Marokko und der Westsahara leidet seit Jahren unter rückläufigen Beständen.“ Laut der marokkanischen Fischereiverwaltung sank die Fangmenge von 965.000 Tonnen im Jahr 2022 auf 525.000 Tonnen in 2024.
Als Gründe für den Schwund gelten Klimawandel, veränderte Meeresbedingungen und hoher Befischungsdruck. Die marokkanische Regierung steuert mittlerweile mit einer restriktiveren Bewirtschaftung gegen. Um den eigenen Binnenmarkt abzusichern, schränkte das Land seit Februar 2026 die Exporte von gefrorenen Sardinen stark ein oder setzte diese aus.
Keine schnelle Entspannung in Sicht
Diese drastischen Maßnahmen treffen die hiesigen Produzenten besonders hart. «Für europäische Verarbeiter ist das besonders relevant, weil Marokko bislang der größte Lieferant war», betont Meyer. Eine kurzfristige Erholung der Fischbestände vor Nordwestafrika schließt der Experte aus. Zwar schwimmt die echte Sardine auch im Nordostatlantik vor Spanien und Portugal, wo sich die Bestände zuletzt erholten.
Die dortigen Fangmengen reichen jedoch nicht aus, um die Lücke zu schließen. Meyer rechnet nicht mit einer schnellen Entspannung und hält steigende Preise für möglich. Aus Mangel an Alternativen weichen Hersteller zunehmend auf sardinenartige Fische wie Sardinellen aus. Diese stammen vorwiegend aus dem Indischen Ozean, dem westlichen Pazifik und dem tropischen Atlantik.
Wer nachhaltigen Fisch kaufen will, sollte auf das Zertifizierungen achten. Der WWF hat das Fischangebot in deutschen Supermärkten genau unter die Lupe genommen und auf seine Nachhaltigkeit geprüft.