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Der 11. September 2001: Schalkes Champions-League-Debüt im Schatten der Terroranschläge

Der 11. September 2001: Schalkes Champions-League-Debüt im Schatten der Terroranschläge

Der 11. September 2001: Schalkes Champions-League-Debüt im Schatten der Terroranschläge

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Es sollte ein Feiertag für den FC Schalke 04 werden. Erstmals in der Vereinsgeschichte trat der Klub in der Champions League an. Doch am 11. September 2001 veränderte sich die Welt – und auch in Gelsenkirchen rückte Fußball plötzlich in den Hintergrund.

Schalke empfing am Abend Panathinaikos Athen in der wenige Wochen zuvor eröffneten Arena AufSchalke. 52.333 Zuschauer waren gekommen. Sie erwarteten eine Europapokal-Party, doch schon Stunden vorher war klar: An Feiern ist nicht mehr zu denken.

📌 Fakten zu Schalke – Athen am 11. September 2001

52.333 Zuschauer: So viele Menschen waren beim Champions-League-Debüt in der Arena AufSchalke dabei.

Erstes Champions-League-Spiel: Schalke bestritt an diesem Abend erstmals überhaupt eine Partie in der Königsklasse.

Beängstigende Stille: Statt der großen Königsklassen-Party herrscht nahezu über die gesamte Spielzeit absolute Ruhe im Stadion. Niemand im Stadion hat in diesen Stunden wirklich Lust auf Fußball.

Der 11.09.2001: Wie die Terroranschläge auch den S04 erschütterten

Am frühen Nachmittag erreichten die ersten Nachrichten aus den USA auch das Schalker Mannschaftshotel. Um 14.45 Uhr deutscher Zeit schlug ein Flugzeug in den Nordturm des World Trade Centers in New York ein. Kurz darauf raste eine zweite Maschine in den Südturm. Spätestens damit war klar, dass es sich um einen gezielten Terroranschlag handelte.

Im Hotel verfolgten Spieler und Trainer die Bilder im Fernsehen. Huub Stevens versuchte zunächst, seine Mannschaft aus dem Bann der Nachrichten zu lösen. „Macht die Fernseher aus“, forderte der Trainer laut des „Tagesspiegels“. Doch die Spieler blieben vor den Bildschirmen.

Auch Andreas Möller konnte sich dem Geschehen nicht entziehen. Der damalige Schalker Spielmacher sagte später gegenüber dem „Tagesspiegel“: „Da habe ich noch gedacht, dass wir nicht spielen müssen.“ Die Mannschaft wartete deshalb auf eine Nachricht, die aber nicht kam.

Auch Oliver Reck, damaliger Keeper von S04, glaubt nicht an ein Fußballspiel an diesem Abend. „Diese Bilder aus New York waren so elementar, da konnte kein Mensch an Fußball denken“, sagte er später gegenüber dem „Weser Kurier“.

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Unterdessen berieten die UEFA-Verantwortlichen über die angesetzten Partien. Acht Champions-League-Spiele sollten an diesem Abend stattfinden. Nach einer Krisensitzung entschied die UEFA, die Begegnungen auszutragen. Als Begründung verwies der Verband auf die Neutralität des Sports.

Wenig Verständnis für die UEFA-Entscheidung

Schalke versuchte trotzdem, eine Absage zu erreichen. Manager Rudi Assauer stand mit den Verantwortlichen und dem Bundeskanzleramt in Kontakt. Die Entscheidung lag jedoch bei der UEFA. „Wenn wir Ausrichter gewesen wären, hätten wir nicht gespielt“, erklärte Assauer später gegenüber Vereinsmedien.

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Auch Peter Peters, damals Schalkes Vorstandsmitglied, fand deutliche Worte. „Es gibt Tage, die eignen sich einfach nicht zum Fußball spielen“, sagte er rückblickend. Doch die Mannschaft musste schließlich vom Hotel zur Arena aufbrechen.

Die geplante Königsklassen-Party fällt aus

Normalerweise hätte Schalke an diesem Abend ein großes Fest gefeiert. Die neue Arena war seit Wochen ausverkauft. Das Rahmenprogramm wurde jedoch gestrichen, ebenso die geplanten Feierlichkeiten rund um das historische Champions-League-Debüt.

Auch im Stadion herrschte eine ungewohnte Atmosphäre. Die Zuschauer verhielten sich auffallend ruhig. Vor dem Anpfiff gedachten beide Mannschaften der Opfer der Anschläge. Statt der erwarteten Europapokal-Stimmung lag eine bedrückende Stille über der Arena.

90 Minuten, die niemanden interessierten

Sportlich fand Schalke kaum ins Spiel. Die Mannschaft von Huub Stevens blieb ohne einen einzigen Torschuss. Panathinaikos dagegen nutzte seine Chancen und ging in der 75. Minute durch Goran Vlaović in Führung.

Nur fünf Minuten später erhöhte Angelos Basinas auf 2:0. Damit war Schalkes historisches Champions-League-Debüt auch sportlich missglückt. Das Ergebnis war an diesem Abend allerdings völlige Nebensache.

Die Reaktionen auf die Entscheidung fielen entsprechend kritisch aus. Viele Beteiligte empfanden es als unpassend, wenige Stunden nach den Anschlägen Fußball zu spielen. Die UEFA änderte ihre Linie erst am folgenden Tag.

Am 12. September sagte die UEFA sämtliche für diesen Tag angesetzten Champions-League-Spiele ab. Auch die Partien im UEFA-Cup wurden verschoben. Die Mittwochsspiele der Königsklasse wurden später am 10. Oktober nachgeholt.

Für Schalke kam diese Entscheidung zu spät. Der Klub hatte sein erstes Champions-League-Spiel bereits hinter sich. Die sportliche Bedeutung der 0:2-Niederlage wurde dabei von den Ereignissen des Tages vollständig überlagert.

Schalke schied in der Gruppenphase später als Letzter aus. Vier Niederlagen standen zwei Siegen gegenüber. Doch wenn in Gelsenkirchen über das Champions-League-Debüt von 2001 gesprochen wird, geht es nie um Tabellen oder Ergebnisse.

Der 11. September 2001 blieb ein besonderer Einschnitt in der Schalker Vereinsgeschichte. Aus dem geplanten großen Europapokal-Abend wurde ein Fußballspiel, das trotz seiner sportlich großen Bedeutung irrelevanter nicht hätte sein können. Die Bilder aus New York und Washington bestimmten diesen Tag – auch in der Arena AufSchalke.