Rewe testet mit neuen Partnern – sind bald kaum noch Kunden in den Filialen?

Rewe testet mit neuen Partnern – sind bald kaum noch Kunden in den Filialen?
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Rewe wagt einen ungewöhnlichen Schritt: Der Handelsriese lässt Lebensmittel jetzt auch direkt aus ganz normalen Filialen ausliefern. Getestet wird das Modell bislang nur an wenigen Standorten.
In München kooperiert Rewe dafür mit dem Lieferdienst Wolt. Die Filialen Rewe Rasic und Rewe Cakmakci machen mit. Kund:innen bestellen per App, lassen sich die Ware liefern oder holen sie selbst ab. Die Lieferung kostet 3,99 Euro.
Gründung 1927 in Köln – ursprünglich als Zusammenschluss von Einkaufsgenossenschaften („Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften“, daraus das Kürzel REWE).
Genossenschaftliche Struktur – die REWE Group ist bis heute eine Genossenschaft. Die Märkte werden teils von selbstständigen Kaufleuten geführt, teils als konzerneigene Regiebetriebe.
Nummer 2 im deutschen Lebensmittelhandel – hinter der EDEKA-Gruppe, mit einem Gruppenumsatz im Bereich von deutlich über 90 Milliarden Euro und mehreren hunderttausend Mitarbeitenden.
Mehr als nur Supermärkte – zur Gruppe gehören u. a. der Discounter Penny, die toom Baumärkte und der Reisekonzern DER Touristik (mit Marken wie ITS und Jahn Reisen).
Rewe kooperiert mit Wolt und Lieferando
In Jena setzt Rewe stattdessen auf Lieferando. Drei Kaufleute sind dabei: Ramona Roscher, Tino Stützer und Antje Eismann. Ihr Slogan verspricht: „Frisch aus deinem REWE Markt – direkt zu dir“. Derzeit liefern die Märkte sogar kostenlos und ganz ohne Mindestbestellwert. Das berichtet das Portal „Supermarktblog“.
Für Rewe ist das kein Neuland, eher ein spätes Nachholen. Anderswo in Europa gehört Lieferung direkt aus der Filiale längst zum Alltag. Bislang testet Rewe Quick Commerce vor allem über seine Beteiligung an Flink.
Rewe-Manager glaubt an Quick Commerce
E-Commerce-Chef Clemens Bauer nimmt das Segment ernst und sagt: „Wenn wir sagen, dass wir alle Kanäle nutzen wollen, dann ist auch Quick Commerce etwas, das wir sehr genau beobachten. Man darf da keine Angst haben.“ Besonders Obst und Gemüse laufen im Test gut.
Der Kaufmann kennt den Haken hoher Liefergebühren, verteidigt aber den Komfort für Kund:innen: „Viele wollen diese Einfachheit haben.“ Rewe sieht darin längst kein Randgeschäft mehr.
In Österreich geht die Rewe-Gruppe noch weiter. Ein Billa-Markt in Wien wurde komplett zum Darkstore umgebaut, die Zustellung übernimmt Partner Foodora. Kund:innen bestellen dort ausschließlich per App.
Für Deutschland hält sich Rewe noch bedeckt und setzt weiter auf Lieferdienst und Abholservice. Bauer denkt aber schon weiter: „Wenn der Abholservice weiter so stark wächst, lagert der Kaufmann die wichtigsten Artikel in Zukunft vielleicht in einen Darkstore neben seinem Markt aus.“
Den hauseigenen Lieferservice mit Terminvereinbarung hat Rewe schon lange – hier liest du, wie er funktioniert.