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Für mehr Sicherheit auf dem Fußballplatz – Schiedsrichter in Gelsenkirchen bekommen Bodycams

Für mehr Sicherheit auf dem Fußballplatz – Schiedsrichter in Gelsenkirchen bekommen Bodycams

Für mehr Sicherheit auf dem Fußballplatz – Schiedsrichter in Gelsenkirchen bekommen Bodycams

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Schiedsrichter mit Kamera am Körper – das wird in Gelsenkirchen nun zur Realität. In der Vergangenheit kam es im Amateurbereich bei Fußballspielen immer wieder zu gewalttätigen Szenen unter Spielern oder gegen Schiedsrichter. Die Bodycams sollen nun für mehr Sicherheit sorgen. Der FLVW startet gemeinsam mit DFB und FIFA ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt. Schauplatz ist die Kreisliga B im FLVW-Kreis Gelsenkirchen.

Ab dem Spieltag am 13. September tragen die Unparteiischen kleine Kameras am Körper. Die Bodycams sollen für mehr Respekt auf dem Platz sorgen. Gleichzeitig schützen sie Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter vor Gewalt und Beleidigungen.

📌 Gewaltvorfälle bei Amateurfußballspielen in NRW

Dortmund, 6. September 2026: Nach dem Kreisliga-C-Spiel Ugarit FC gegen MSV Dortmund eskalierte ein Streit im Hoeschpark. Ein Zuschauer soll einem 42-jährigen Spieler mit einem Metallstuhl auf den Kopf geschlagen haben. Danach liefen Zuschauer und Spieler auf den Platz; rund 30 Personen gerieten teilweise körperlich aneinander. Drei Menschen wurden verletzt.

Siegen, 5./6. September 2026: Beim Kreisliga-Spiel Siegener SC gegen SV Setzen II attackierte ein 22-jähriger Spieler den Schiedsrichter. Er soll den Unparteiischen an der Hüfte gepackt, hochgehoben und auf den Rücken geworfen haben. Der Schiedsrichter wurde leicht verletzt und erstattete Anzeige; die Polizei ermittelt.

Fröndenberg, 22. August 2026: Nach einem A-Jugend-Freundschaftsspiel zwischen Fröndenberg-Hohenheide und dem FC Wetter kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Ein 18-Jähriger soll einem gleichaltrigen Gegenspieler von hinten in den Rücken getreten haben. Der Verletzte musste ins Krankenhaus gebracht werden; auch ein Trainer wurde im Zuge der Auseinandersetzung verletzt.

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So funktioniert die Bodycam in Gelsenkirchen

Eine Dauerüberwachung findet dabei nicht statt. Im Ruhemodus überschreibt die Kamera ständig die letzten 30 Sekunden. Erst die Spielleitung löst eine echte Aufnahme aus. Dann speichert das Gerät zusätzlich die vorausgegangene halbe Minute.

Ein Signalton ertönt, ein rotes Licht blinkt, und am Display läuft das Live-Bild mit. Datenschützer haben das Vorhaben bereits geprüft. Während der restlichen Saison begleiten Wissenschaftler den Test genau.

Wichtige Stimmen aus dem FLVW-Kreis Gelsenkirchen

Andree Kruphölter, Vizepräsident Amateurfußball im FLVW, erklärt die Beweggründe so: „Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter übernehmen Woche für Woche Verantwortung für unseren Fußball. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass sie ihren Sport sicher und ohne Angst ausüben können. Wenn Technik dazu beitragen kann, unser Ehrenamt zu schützen, sollten wir bereit sein, neue Wege zu gehen. Wir sind sehr stolz darauf, dass der DFB den FLVW für diesen Piloten ausgesucht hat und uns so ganz neue Möglichkeiten gibt.“

Auch Schiedsrichter-Ausschuss-Chef Marcel Neuer sieht in der Kamera kein Wundermittel. Konflikte löse sie nicht, doch sie gebe Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern mehr Sicherheitsgefühl und wirke in brenzligen Momenten beruhigend. Kreisvorsitzender Volker Dyba betont zudem, die Bodycam solle keinesfalls als Überwachung missverstanden werden, sondern als Schutzwerkzeug.

DFB-Abteilungsleiterin Moiken Wolk hebt die internationale Bedeutung hervor: Die Erkenntnisse aus Gelsenkirchen fließen später in eine Bewertung der FIFA ein. Forscher vergleichen künftig Vorfallstatistiken sowie Gelbe und Rote Karten mit der Vorsaison. Zusätzlich befragen sie die teilnehmenden Schiedsrichter*innen dreimal: vor dem Start, zur Winterpause und nach Saisonende.

Auch beim Datenschutz gehen alle Beteiligten sorgfältig vor. Vereine informieren Spieler, Trainer und Betreuer vorab über das Projekt. Schilder am Sportplatz weisen zusätzlich Zuschauer*innen auf mögliche Aufnahmen hin. Die Daten laufen verschlüsselt und landen nur nach echter Aktivierung auf dem Server. Zugriff darauf erhalten lediglich wenige, streng festgelegte Personen.

Am 1. März 2026 kam es bei der Bezirksliga-Partie zwischen den Sportfreunden Bulmke und der SG Herne 70 in Gelsenkirchen zu einem schweren Vorfall. Das Spiel musste in der Nachspielzeit beim Stand von 1:1 abgebrochen werden, nachdem der 29-jährige Schiedsrichter zunächst von einem bislang unbekannten Mann bedroht worden war. Daraufhin entschied sich der Schiedsrichter, die Partie vorzeitig zu beenden. Auf dem Weg in seine Kabine wurde er von dem Mann körperlich angegriffen, mehrfach geschlagen und angespuckt.

Eine unbeteiligte Person griff schließlich ein und trennte den Angreifer vom Schiedsrichter. Auch zwischen Angehörigen der beiden Mannschaften kam es nach dem Vorfall zu Spannungen, sodass die eintreffenden Polizeikräfte die Beteiligten zunächst voneinander trennen mussten, um weitere körperliche Auseinandersetzungen zu verhindern. Die Polizei Gelsenkirchen leitete Ermittlungen wegen des Angriffs ein. In der Folge wurde der Spielabbruch auch sportgerichtlich aufgearbeitet; gegen beide Vereine wurden Strafen verhängt, wobei die Sportfreunde Bulmke als Verursacher des Spielabbruchs sanktioniert wurden.

Der jüngste Vorfall ereignete sich am 6. September 2026 nach einem Kreisliga-C-Spiel zwischen dem Ugarit FC und dem MSV Dortmund im Dortmunder Hoeschpark. Bereits während der Partie soll es zwischen Spielern und Zuschauern zu verbalen Provokationen gekommen sein. Nach dem Abpfiff gegen 15.10 Uhr eskalierte die Situation an der Seitenlinie, als ein Zuschauer mit einem 42-jährigen Spieler der Heimmannschaft in Streit geriet.

Der Zuschauer griff daraufhin zu einem Metallstuhl und schlug dem Spieler damit auf den Kopf. Anschließend liefen zahlreiche Spieler und Zuschauer beider Mannschaften auf das Spielfeld. Zudem wurde ein 38-jähriger Spieler der Gastmannschaft von einem bislang unbekannten Täter mit einem Messer in den Rücken gestochen und dadurch schwer verletzt. Die Polizei musste eingreifen.