Merz und sein Ferienhaus am Tegernsee – hier entspannt der Kanzler

Merz und sein Ferienhaus am Tegernsee – hier entspannt der Kanzler
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Friedrich Merz verbringt seine Sommerpause dort, wo andere Urlaub machen: am Tegernsee. In Gmund besitzt der Bundeskanzler mit seiner Frau Charlotte ein Ferienhaus. Dort sucht er Ruhe, bleibt jedoch für das Kanzleramt erreichbar. Der Urlaub verbindet private Auszeiten mit laufender Regierungsarbeit.
Im Sommer 2026 hielt sich Merz drei Wochen und zwei Tage am Tegernsee auf. Öffentliche Termine standen in dieser Zeit kaum im Kalender. Hinter den Kulissen liefen politische Gespräche jedoch weiter. Das Ferienhaus wurde zeitweise sogar zum Arbeitsplatz des Regierungschefs.
Tourismusrekord: Die Alpenregion Tegernsee Schliersee zählte 2025 insgesamt 805.163 Gästeankünfte. Das meldet die Regionalentwicklung Oberland.
Mehr Übernachtungen: Mit 2.620.889 Übernachtungen erreichte die Region 2025 einen neuen Höchststand. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2018 wurde um rund 15.000 Übernachtungen übertroffen.
Gmund wächst stark: Die Gästeankünfte in Gmund stiegen 2025 um 17 Prozent. Bei den Übernachtungen verzeichnete die Gemeinde ein Plus von 14,5 Prozent.
Viele Ferienunterkünfte: Ferienhäuser und Ferienwohnungen stellen 28,6 Prozent aller Gästebetten in der Alpenregion. Hotels kommen auf einen Anteil von 33,8 Prozent.
Internationale Gäste: Der Anteil ausländischer Besucher stieg 2025 auf 7,4 Prozent. Besonders häufig kamen sie aus Österreich und der Schweiz.
Das Haus liegt in der Gemeinde Gmund am Tegernsee. Die Immobilie stammt nach übereinstimmenden Medienberichten aus dem Familienbesitz seiner Frau Charlotte. Über die genaue Adresse und weitere private Einzelheiten ist wenig bekannt. Das dient auch dem Schutz der Familie.
Gemeinsam mit seiner Frau nutzt Merz das Haus seit Jahren als Rückzugsort. Nach Angaben der „Abendzeitung“ ist der Politiker in der Region häufig mit dem Fahrrad unterwegs. Gelegentlich besucht er zudem bekannte Ausflugslokale. Rund um den See tritt er meist zurückhaltend auf.
Der Tegernsee bietet dem Kanzler kurze Wege in die Natur. Radtouren lassen sich direkt vom Ferienhaus aus beginnen. Auch Wanderungen in den umliegenden Bergen gehören zu den naheliegenden Freizeitmöglichkeiten. Konkrete Tagespläne veröffentlicht das Kanzleramt allerdings nicht.
Eine wichtige Rolle spielt offenbar der Glaube. Merz besucht während seiner Aufenthalte wiederholt Gottesdienste in der Region. Im August 2025 nahm er an einer Bergmesse oberhalb des Sees teil. Ein Gottesdienst helfe ihm persönlich beim Umgang mit internationalen Krisen, erklärte er damals.
Im Sommer 2026 blieb der Kanzler trotz seiner Auszeit eng mit Berlin verbunden. Nach Informationen von „Bild“ gab es täglich eine strategische Videoschalte mit seinem engsten Team. Die Runde begann demnach um 8.30 Uhr. Im normalen Regierungsbetrieb findet sie früher statt.
Zusätzliche Telefonate führte Merz mit Mitgliedern des Kabinetts. Anlass gaben unter anderem Waldbrände und ein Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig. Eine Sitzung des Sicherheitsrats leitete er dem Bericht zufolge per Video. Damit blieb der Regierungschef auch vom Tegernsee aus entscheidungsfähig.
Ganz aus Berlin heraushalten konnte Merz die Politik auch bei privaten Begegnungen nicht. Nina Warken kam laut „Bild“ für zwei Tage in das Ferienhaus. Beim gemeinsamen Grillen ging es demnach auch um die politische Agenda. Themen waren unter anderem geplante Reformen bei Rente und Pflege.
Außerdem traf Merz den österreichischen Bundeskanzler Christian Stocker am Tegernsee. Das Gespräch fand kurz vor dem Ende der Sommerpause statt. Einzelheiten über Inhalt und Rahmen wurden zunächst nicht öffentlich genannt. Solche Treffen zeigen jedoch, wie fließend die Grenze zwischen Freizeit und Amt bleibt.
Aus dem Kanzleramt heißt es regelmäßig, ein Regierungschef sei nie vollständig im Urlaub. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille formulierte es besonders deutlich. „Der Begriff Bundeskanzler und Urlaub, das passt nicht richtig zueinander“, zitierte ihn „BR24„. Auch ohne öffentliche Auftritte findet Arbeit statt.
Kritiker sahen die längere Abwesenheit dennoch skeptisch. Sie verlangten angesichts mehrerer Krisen eine stärkere öffentliche Präsenz. Das Kanzleramt verwies dagegen auf Gespräche und interne Abstimmungen. Sichtbarkeit und tatsächliche Amtsführung müssen dabei getrennt betrachtet werden.
Wie schnell aus Erholung Regierungsarbeit wird, zeigte bereits der Sommer 2025. Damals erreichte Merz an einem Samstagmorgen um 7.35 Uhr ein wichtiger Anruf. Es folgte eine einstündige Telefonkonferenz mit Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj. Thema war ein bevorstehendes Treffen Trumps mit Wladimir Putin.
Anschließend setzte Merz kurzfristig eine telefonische Kabinettssitzung an. Die Minister schalteten sich am selben Vormittag zusammen. Der Tegernsee wurde für einige Stunden zum mobilen Kanzleramt. Solche Abläufe gehören zur ständigen Einsatzbereitschaft eines Regierungschefs.
Für Merz ist die Gegend seit Langem vertraut. Das Haus bietet Privatsphäre und liegt dennoch gut erreichbar in Deutschland. Die Umgebung ermöglicht kurze Erholungspausen. Zugleich kann der Kanzler dort Familienzeit verbringen.