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Kölns Doublehelden von 78: Wie eine Mannschaft den FC bis heute prägt

Kölns Doublehelden von 78: Wie eine Mannschaft den FC bis heute prägt

Kölns Doublehelden von 78: Wie eine Mannschaft den FC bis heute prägt

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Es gibt Spielzeiten, die ein Verein gewinnt. Und es gibt Spielzeiten, die für immer bleiben. Für den 1. FC Köln gehört die Saison 1977/78 in die zweite Kategorie. Meisterschaft und DFB-Pokal machten sie zum erfolgreichsten Jahr der Vereinsgeschichte.

Bis heute ist dieses Double der große Sehnsuchtsort vieler FC-Fans. Damals passte beinahe alles zusammen. Hennes Weisweiler führte eine Mannschaft, die Klasse, Erfahrung und kölsche Eigenheiten miteinander verband. Selbst die dramatische Meisterentscheidung passte zu dieser außergewöhnlichen Saison.

23 Tore in einer Pokalsaison: Dieter Müller erzielte im DFB-Pokal 1977/78 insgesamt acht Treffer. Köln kam auf dem Weg zum Titel auf 23 Tore.

Der FC war nicht immer Tabellenführer: Nach dem 17. Spieltag führte Köln mit 23 Punkten. Borussia Mönchengladbach lag nur einen Punkt dahinter. Das Titelrennen blieb bis zum letzten Spieltag offen.

Der entscheidende Vorsprung: Köln und Gladbach beendeten die Saison beide mit 48 Punkten. Köln gewann den Titel wegen der um drei Tore besseren Tordifferenz.

Seltener Double-Erfolg: Mit Köln gelang 1978 erst dem dritten deutschen Verein das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal. Zuvor hatten Bayern München und Borussia Mönchengladbach dieses Kunststück geschafft.

Dieter Müllers außergewöhnliches Jahr: Der FC-Stürmer wurde 1977/78 mit 24 Treffern gemeinsam mit Gerd Müller Bundesliga-Torschützenkönig.

Weisweilers große Rückkehr nach Köln

Der Grundstein war bereits zwei Jahre zuvor gelegt worden. Im Sommer 1976 kehrte Hennes Weisweiler zum FC zurück. Der Trainer, der Borussia Mönchengladbach zur Spitzenmannschaft gemacht hatte, sollte nun auch Köln wieder an die Spitze führen.

Weisweiler hatte dabei eine Mannschaft mit enormer Qualität zur Verfügung. Heinz Flohe übernahm nach Wolfgang Overaths Rücktritt eine zentrale Rolle. Vorne sorgte Dieter Müller für Tore, während Toni Schumacher, Bernd Cullmann und Herbert Zimmermann die Mannschaft prägten.

Die Saison begann allerdings mit einem Dämpfer. Beim späteren Rivalen Fortuna Düsseldorf verlor Köln am ersten Spieltag mit 1:5. Danach fand die Mannschaft schnell ihren Rhythmus und setzte ein erstes Ausrufezeichen.

Am 17. August 1977 schlug der FC Werder Bremen mit 7:2. Dieter Müller erzielte dabei sechs Tore. Dieser Rekord ist bis heute unerreicht und wurde zu einem der großen Einzelmomente dieser Spielzeit.

Auch gegen die großen Konkurrenten zeigte der FC seine Stärke. Ende August gewann Köln beim FC Bayern mit 3:0. Wenige Wochen später folgte ein 5:2 bei Borussia Mönchengladbach.

Die Mannschaft entwickelte dabei eine bemerkenswerte Konstanz. Nach der Hinrunde stand Köln mit 23 Punkten an der Tabellenspitze. Dahinter folgte Gladbach mit einem Punkt Rückstand. Die Meisterschaft entwickelte sich zum Duell zweier Spitzenmannschaften. Wie eng es zuging, zeigt die DFB-Dokumentation zur Saison 1977/78. Erstmals in der Bundesliga-Geschichte entschied am Ende die Tordifferenz über den Titel.

Köln behauptete sich über Monate an der Spitze. Gladbach blieb jedoch in Schlagdistanz. Am 27. Spieltag trafen beide Mannschaften sogar direkt aufeinander.

Im Müngersdorfer Stadion ging Gladbach durch Allan Simonsen in Führung. Heinz Flohe glich in der 86. Minute aus. Das 1:1 hielt Köln an der Spitze und sorgte zugleich dafür, dass der Titelkampf offen blieb.

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Je näher das Saisonende rückte, desto größer wurde der Druck. Köln und Gladbach gingen punktgleich in den letzten Spieltag. Der FC hatte allerdings die deutlich bessere Tordifferenz. Trotzdem musste die Mannschaft in Hamburg gewinnen.

Am 29. April 1978 wurde die Meisterschaft zu einem Stück Fußballgeschichte. Köln trat beim bereits abgestiegenen FC St. Pauli an. Parallel spielte Gladbach in Düsseldorf gegen Borussia Dortmund.

Was dann passierte, ist bis heute kaum zu glauben. Gladbach gewann mit 12:0 und stellte damit einen bis heute gültigen Bundesliga-Rekordsieg auf. Plötzlich wurde es auch für Köln noch einmal spannend.

Die Kölner wussten, was in Düsseldorf passierte. Am Ende gewann der FC trotzdem mit 5:0. Damit blieb Köln bei 48 Punkten und sicherte sich die Meisterschaft. Gladbach hatte ebenfalls 48 Punkte, aber die schlechtere Tordifferenz.

Die Bundesliga-Historie zeigt die Dimension des Erfolgs: Köln kam auf eine Tordifferenz von plus 45, Gladbach auf plus 42. Zum ersten Mal musste die Tordifferenz die Meisterfrage entscheiden.

Doch Köln war damit noch nicht fertig. Der DFB-Pokal bot die Chance auf etwas, das kein FC-Team zuvor geschafft hatte. Nach dem Meistertitel konnte die Mannschaft innerhalb weniger Wochen auch das Double perfekt machen.

Im Pokal hatte Köln bereits einige beeindruckende Auftritte hingelegt. Im Viertelfinale wurde Schwarz-Weiß Essen mit 9:0 geschlagen. Im Halbfinale folgte ein 1:0 gegen Werder Bremen.

Im Endspiel wartete ausgerechnet Fortuna Düsseldorf. Die Mannschaft, die Köln am ersten Bundesliga-Spieltag so deutlich geschlagen hatte, stand nun im Weg zum zweiten Titel.

Das Finale fand am 15. April 1978 im Parkstadion in Gelsenkirchen statt. 70.000 Zuschauer sahen zunächst eine torlose Partie. Köln musste lange warten, ehe der entscheidende Moment kam.

In der 71. Minute traf Bernd Cullmann zum 1:0. Kurz vor dem Schlusspfiff sorgte Roger van Gool für die endgültige Entscheidung. Das DFB-Datencenter führt den 2:0-Endstand offiziell auf.

Damit war das Double perfekt. Der 1. FC Köln hatte erstmals in seiner Geschichte Meisterschaft und DFB-Pokal in derselben Saison gewonnen. Bis heute ist es der einzige Double-Gewinn des Vereins.

Warum diese Mannschaft so besonders war

Der Erfolg lässt sich nicht auf einen einzelnen Spieler reduzieren. Dieter Müller erzielte Tore, Flohe lenkte das Spiel und Weisweiler gab der Mannschaft die Richtung. Dahinter stand ein Kader, der über unterschiedliche Wege Spiele entscheiden konnte.

Gerade Flohe verkörperte diese Mannschaft. Nach Overaths Karriereende wurde er zum Kapitän und zentralen Spielmacher. Der FC beschreibt ihn als Lenker und Denker dieser Mannschaft. Für viele Anhänger wurde er damit zu einer der wichtigsten Figuren ihrer Vereinsgeschichte.

Auch die Namen dahinter sind bis heute vertraut. Schumacher entwickelte sich zum Nationaltorhüter, Cullmann wurde Weltmeister und Dieter Müller zum gefeierten Torjäger. Diese Mannschaft produzierte damit nicht nur Titel, sondern auch Spielerpersönlichkeiten.

Der besondere Reiz dieser Saison liegt auch darin, dass sie kaum wiederholbar erscheint. Der FC gewann den Titel mit einer Mannschaft, die über Jahre gewachsen war. Dazu kam ein Trainer, dessen Name ohnehin eng mit dem Verein verbunden war.

Vor allem aber war die Saison voller Geschichten. Der 7:2-Sieg gegen Bremen, die sechs Tore von Dieter Müller und das dramatische Meisterschaftsfinale blieben hängen. Dann folgte der Pokalsieg gegen Düsseldorf.

Die Vereinsgeschichte des 1. FC Köln bezeichnet 1977/78 deshalb ausdrücklich als erfolgreichste Saison der Klubgeschichte. Das Double steht dort bis heute als besonderer Meilenstein.

Für ältere FC-Fans ist diese Mannschaft deshalb mehr als eine Erinnerung an vergangene Titel. Sie steht für eine Zeit, in der der 1. FC Köln ganz oben stand. Für jüngere Generationen wurde sie wiederum zum Maßstab, an dem spätere Mannschaften gemessen werden.

Seit 1978 hat der FC weitere große Momente erlebt. Ein zweites Double gab es jedoch nie. Genau das macht die Saison so wertvoll und erklärt, warum die Erinnerung daran über Generationen weitergegeben wird.

Das Sehnsuchtsgefühl hat deshalb wenig mit bloßer Nostalgie zu tun. Es geht um die Vorstellung, dass beim 1. FC Köln noch einmal eine Mannschaft entstehen könnte, die eine gesamte Saison dominiert.

1978 gelang genau das. Köln wurde Deutscher Meister, gewann den DFB-Pokal und schrieb seine erfolgreichste Saison. Mehr als vier Jahrzehnte später bleibt diese Mannschaft deshalb der große Sehnsuchtsort vieler FC-Fans.