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Europol ermittelt: Betrüger brachten Rennpferde als Fleisch in den Supermarkt

Europol ermittelt: Betrüger brachten Rennpferde als Fleisch in den Supermarkt

Europol ermittelt: Betrüger brachten Rennpferde als Fleisch in den Supermarkt

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Mit einem massiven Aufgebot sind Ermittler in vier europäischen Ländern gegen eine Bande von Pferdehändlern vorgegangen. Unter der Leitung belgischer Behörden durchsuchten rund 200 Polizisten zahlreiche Objekte in Belgien, Frankreich, Irland und den Niederlanden. Die europäische Polizeibehörde Europol koordinierte den großangelegten Einsatz von Den Haag aus.

Um schnelles Geld zu machen, sollen die Verdächtigen tausende abgedankte Rennpferde illegal zu Schlachtvieh umdeklariert haben. Eigentlich waren diese Tiere wegen zahlreicher Medikamentengaben strengstens für den menschlichen Verzehr gesperrt. Durch gefälschte Mikrochips und manipulierte Dokumente machten die Händler aus den wertlosen Tieren jedoch lukrative Schlachtpferde. Plötzlich brachte ein solches Pferd wieder zwischen 1.000 und 1.500 Euro ein.

Sitz und Rolle: Europol ist die Agentur der EU für die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Strafverfolgung mit Hauptsitz in Den Haag (Niederlande). Sie unterstützt die nationalen Polizeibehörden der EU-Mitgliedstaaten bei der Bekämpfung schwerer, grenzüberschreitender Kriminalität und des Terrorismus.

Keine eigenen Polizeibefugnisse: Europol darf weder Personen festnehmen noch eigenständig Ermittlungen führen oder Hausdurchsuchungen durchführen. Die Agentur analysiert Daten, koordiniert und liefert Erkenntnisse – handeln müssen immer die nationalen Behörden.

Gründung und Entwicklung: Die Grundlage wurde im Vertrag von Maastricht (1992) gelegt; die operative Arbeit begann am 1. Juli 1999. Seit 2010 ist Europol eine vollwertige EU-Agentur, die aus dem EU-Haushalt finanziert wird.

Spezialzentren und Netzwerke: Europol betreibt unter anderem das Europäische Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität (EC3), das Europäische Zentrum zur Terrorismusbekämpfung (ECTC) sowie das sichere Kommunikationsnetz SIENA, über das Behörden verschlüsselt Informationen austauschen.

Razzia bringt Bargeld und Festnahmen

Während der großangelegten Durchsuchungen überprüften die Beamten mehr als tausend Pferde. Den Großteil der Tiere beschlagnahmten die Einsatzkräfte sofort vor Ort. Gleichzeitig prüfen die Behörden nun intensiv den Verbleib vieler weiterer Pferde. Allein in Belgien klickten bei drei Verdächtigen die Handschellen, zudem stellten die Ermittler dort mehr als 100.000 Euro an Bargeld sicher.

Laut der niederländischen Tierschutzorganisation House of Animals stammten die betroffenen Rennpferde vorwiegend aus Großbritannien und Irland. Unter grauenhaften Bedingungen karrten die Täter die Tiere quer durch Europa in verschiedene Schlachthäuser. Besonders brisant ist der weitere Weg des Fleisches in den Niederlanden. Dort verarbeitete man das illegale Pferdefleisch nach Angaben der Tierschützer zu beliebten Snacks wie Kroketten oder Fleischbällchen und verkaufte diese über den Großhandel.

Kriminelle Machenschaften haben eine Vorgeschichte

Bereits im vergangenen Jahr beschäftigte ein ganz ähnlicher Fall die Justiz in Frankreich. Ein Gericht in Marseille verurteilte damals 15 Beteiligte aus Belgien, den Niederlanden und Frankreich zu Haftstrafen zwischen acht Monaten und vier Jahren. Zusätzlich mussten die Verurteilten damals empfindliche Geldstrafen zahlen.

Auch bei diesem Prozess ging es um Pferdefleisch, das niemals in den Handel hätte gelangen dürfen. Die Täter nutzten exakt dieselbe Masche und brachten das Fleisch mit gefälschten Pferdepässen, manipulierten Stempeln und falschen Dokumenten in Umlauf. Als Drahtzieher des damaligen Betrugs identifizierten die Richter zwei Pferdegroßhändler aus den Niederlanden und Belgien.