Der 9/11-Attentäter und seine Verbindung nach Bonn – was wirklich dahintersteckt

Der 9/11-Attentäter und seine Verbindung nach Bonn – was wirklich dahintersteckt
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Die Spuren der Terroranschläge vom 11. September 2001 führen auch nach NRW. Einer der späteren Attentäter, Marwan al-Shehhi, lebte mehrere Jahre in Deutschland – und verbrachte einen Teil dieser Zeit in Bonn.
Der Mann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten gehörte zum Umfeld der Terrororganisation al-Qaida und dessen Anführer Osama bin Laden. Doch um seine Zeit in Bonn kursieren bis heute Geschichten, die bei genauerem Hinsehen nicht der Faktenlage entsprechen.
📌 Das ausgeführte Attentat von Marwan al-Shehhi
Am Morgen des 11. September 2001 kaperte er mit vier weiteren Komplizen eine Boeing 767.
Um 9:03 Uhr Ortszeit flog er die Maschine in den Südturm des World Trade Centers – nur 17 Minuten nachdem Mohammed Atta den Nordturm getroffen hatte.
Durch den Einschlag und den späteren Einsturz des Turms starben hunderte Menschen im Gebäude sowie alle Insassen an Bord.
Marwan al-Shehhi und seine Zeit in Bonn
Al-Shehhi kam 1996 mit einem Stipendium der Vereinigten Arabischen Emirate nach Deutschland. In Bonn lebte er zunächst auf dem Heiderhof, später in einem Studentenwohnheim an der Kirschallee in Poppelsdorf. Am Studienkolleg an der Adenauerallee bereitete er sich auf ein Hochschulstudium vor. Allerdings hatte al-Shehhi zunächst erhebliche Schwierigkeiten: Er schaffte den Übergang in den nächsten Kurs nicht.
Nach einem weiteren, ebenfalls erfolglosen Versuch in Hamburg kehrte er 1999 auf Veranlassung der Botschaft nach Bonn zurück. Schließlich erfüllte er die Voraussetzungen für ein Hochschulstudium. Bis hierhin ist die Faktenlage vergleichsweise eindeutig. Schwieriger wird es bei einer Geschichte rund um seiner Zeit in Bonn: der angeblichen Flugausbildung al-Shehhis am Flugplatz Hangelar.
Die Geschichte vom Fliegen in Hangelar
Wie aus damaligen Berichten des „Sterns“ hervorging, soll al-Shehhis schon 1996 auf dem Flugplatz Hangelar Flugstunden genommen haben, in Vorbereitung auf den Terror-Flug vom 11. September 2001. Dort steuerte al-Shehhi eine Boeing 767 in den Südturm des World Trade Centers in New York. Bei den Anschlägen starben 2.977 Menschen.
Doch die Verbindung zwischen al-Shehhi und dem Flugplatz Hangelar hält einer späteren Überprüfung nicht stand. Recherchen des Bonner „General-Anzeigers“ kamen zu dem Ergebnis, dass al-Shehhi seine Flugausbildung nicht in Bonn absolvierte. Das Fliegen lernte er demnach erst in den USA – gemeinsam mit Mohammed Atta, einem weiteren späteren 9/11-Attentäter.
Ein Irrtum, der sich über Jahre hielt
Am Flugplatz Hangelar hat sich die Geschichte dennoch lange gehalten. Lars Schöttler, der heutige Betriebsleiter, schilderte gegenüber DER WESTEN, dass die vermeintliche Verbindung in der Vergangenheit immer wieder thematisiert worden sei. Er selbst habe zum Zeitpunkt der Anschläge noch nicht am Flugplatz gearbeitet. Die Geschichte sei ihm jedoch von früheren Kollegen überliefert worden. Auch im Fernsehen sei die Behauptung wiederholt worden – obwohl sie nach damaliger Darstellung bereits widerlegt gewesen sei.
Schöttler begrüßt deshalb Berichte, die die Geschichte richtig einordnen: „Über aufklärende Berichte, die der Wahrheit entsprechen, sind wir dankbar.“ Denn ein entscheidendes Detail, wie auch noch einmal Schöttler gegenüber DER WESTEN bestätigte, spricht längst gegen die alte Erzählung: Die Ultraleichtflugzeuge, auf denen al-Shehhi das Fliegen lernte, standen zu der Zeit in Hangelar gar nicht zur Verfügung.
Zudem bestätigte der Bonner „General-Anzeiger“ noch einmal, dass sich auch im Flugbuch des Flugplatzes, in dem sämtliche Starts und Landungen sowie die beteiligten Fluglehrer und Flugschüler dokumentiert sind, keine Spur von Flügen Marwan al-Shehhis am Flugplatz Hangelar finden lässt.
Hier erfährst du, wie einer unserer Redakteure den Anschlag vom 11. September damals erlebte.