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Preise für Porzellanfigur von Paar aus Erkelenz überschlagen sich: „Bares für Rares“-Waldi versteht die Welt nicht mehr

Preise für Porzellanfigur von Paar aus Erkelenz überschlagen sich: „Bares für Rares“-Waldi versteht die Welt nicht mehr

Preise für Porzellanfigur von Paar aus Erkelenz überschlagen sich: „Bares für Rares“-Waldi versteht die Welt nicht mehr

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Manche Antiquitäten gibt es bei „Bares für Rares“ nur einmal zu sehen, andere Exemplare schaffen es sogar öfter in die Trödel-Sendung. Darunter zählt auch die Leoparden-Porzellanfigur von Gabi und Norbert Decker. Die Figur war ein Geschenk der Schwiegermutter von Gabi Decker.

An Wert scheint die Figur nicht verloren zu haben, denn die Händler liefern sich schnell ein heißes Bieterduell. Nur einer kann den Hype um die Leoparden im Händlerraum nicht nachvollziehen: Waldi. Das Ehepaar aus Erkelenz (NRW) wittert dagegen seine Chance und treibt den Preis nochmal zusätzlich in die Höhe.

Pionierin der Tierbildhauerei: Etha Richter wurde 1883 in Dresden geboren und gilt als eine der bedeutendsten deutschen Tierplastikerinnen des 20. Jahrhunderts. Bekannt wurde sie vor allem für detailreiche Tierzeichnungen und -skulpturen.

Kunststudium blieb ihr verwehrt: Weil Frauen damals nicht an der Dresdner Kunstakademie studieren durften, bildete Richter sich weitgehend auf anderen Wegen aus. Sie besuchte drei Jahre lang als erste weibliche Hörerin die Tierärztliche Hochschule Dresden und eignete sich dort umfangreiche anatomische Kenntnisse an.

Rund 500 Werke gingen verloren: Bei den Luftangriffen auf Dresden im Februar 1945 wurde ihr Atelier zerstört. Dabei verlor Richter etwa 500 Zeichnungen, Gipse und Bronzen. Dennoch setzte sie ihre künstlerische Arbeit fort und unterrichtete später Zeichnen und Plastik.

Leoparden-Figur bei „Bares für Rares“

Das Werk stammt von der ersten deutschen Tierbildhauerin Etha Richter. Damals war es Frauen nicht gestattet, an der Kunstakademie zu studieren, doch mit ihrem Talent konnte sie sich dennoch durchsetzen. Dementsprechend erhofft sich das Paar aus Erkelenz mit einer netten Summe von 900 Euro wieder nach Hause gehen zu können.

Das deckt sich auch mit der „Bares für Rares“-Expertise von Kunsthistorikerin Dr. Bianca Berding, die den Wert auf 700 bis 900 Euro schätzt. Doch sind auch die Händler bereit, so tief in die Tasche zu greifen? „Wir möchten natürlich so viel wie möglich bekommen, und am besten wäre, wenn mehrere Händler interessiert wären“, meint Norbert Decker kurz bevor es in den Händlerraum geht.

Und sein Wunsch soll sich erfüllen. Besonders Kunst- und Antiquitätenhändler Wolfgang Pauritsch zeigt großes Interesse. „Ich fange mit einem kleinen Angebot von 300 Euro an“, so sein erstes Angebot. „Was ist denn daran klein?“, zeigt sich Händler-Kollege Walter „Waldi“ Lehnertz, bekannt als „80-Euro-Waldi“, erstaunt über den Preis. Doch Pauritsch betont, dass die Porzellanfigur durchaus noch mehr wert sei.

Während die anderen Händler fleißig mitbieten und der Preis in Windeseile bei 800 Euro liegt, sitzt Waldi nur daneben, schaut sich das Schauspiel an und versteht die Welt nicht mehr. Er kräuselt die Stirn und ist sichtlich verwirrt darüber, wie viel seine Kollegen bereit sind, für die Leoparden-Figur auszugeben. Seine Mimik sagt alles. Gabi Decker wittert dagegen ihre Chance und feilscht am Ende einen Verkaufspreis von 880 Euro mit Jos van Katwijk aus.