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Zweifach verurteilt, Treffen mit Trump: Jetzt sitzt Phillipp-Anders Rau in Siegmunds AfD-Fraktion in Sachsen-Anhalt

Zweifach verurteilt, Treffen mit Trump: Jetzt sitzt Phillipp-Anders Rau in Siegmunds AfD-Fraktion in Sachsen-Anhalt

Zweifach verurteilt, Treffen mit Trump: Jetzt sitzt Phillipp-Anders Rau in Siegmunds AfD-Fraktion in Sachsen-Anhalt

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Phillipp-Anders Rau ist einer der neuen AfD-Abgeordneten im Landtag von Sachsen-Anhalt. Der Politiker aus Gommern gewann den Wahlkreis Zerbst direkt mit 48,1 Prozent der Erststimmen. Bekannt ist Rau allerdings nicht nur wegen seines politischen Aufstiegs. Seine Biografie umfasst zwei strafrechtliche Verurteilungen, eine umstrittene Studienplatz-Affäre und einen viel beachteten Auftritt mit Donald Trump.

Rau sitzt seit 2019 im Stadtrat von Gommern und im Kreistag des Jerichower Landes. Nach der Landtagswahl am 6. September 2026 zieht er nun erstmals in den Landtag von Sachsen-Anhalt ein. Auf seiner eigenen Internetseite bezeichnet er sich als Politiker, der für „Sicherheit“ und den „Schutz unserer Heimat“ steht.

📌 Rau erzählt die Fluchtgeschichte seiner Familie

Im Alter von sechs Jahren floh Rau 1989 mit seiner Mutter und seinem Bruder aus der DDR in den Westen. Sein Vater war bereits dort.

Die Familie saß fünf Monate in Gommern fest und durfte wenige Wochen vor dem Mauerfall ausreisen. In Helmstedt kam es zum Wiedersehen mit dem Vater.

Zitat Rau: „Freiheit, Meinungsfreiheit und Selbstbestimmung sind keine Selbstverständlichkeiten. Ich weiß, was es kostet, wenn sie fehlen.“

Wie wurde Rau zum Landtagsabgeordneten?

Im Wahlkreis 23 setzte sich Rau deutlich gegen seinen CDU-Konkurrenten Jonas Döhring durch. Er erhielt 14.138 Erststimmen und lag damit 21,8 Prozentpunkte vor dem Zweitplatzierten. Besonders bemerkenswert ist das Ergebnis auch deshalb, weil Rau auf der AfD-Landesliste lediglich auf Platz 29 stand.

Sein Einzug in den Landtag gelang deshalb über das Direktmandat. Rau selbst betont, dass ihm die Wähler im Wahlkreis damit unmittelbar das Vertrauen ausgesprochen hätten. Die politische Karriere des AfD-Politikers steht damit vor einer neuen Phase, seine Vergangenheit bleibt allerdings Teil seiner öffentlichen Biografie.

Rau war bereits vor seinem Einzug in den Landtag mit der Justiz in Konflikt geraten. Nach Recherchen des MDR wurde er 2009 wegen Diebstahls verurteilt. Gemeinsam mit einem Komplizen hatte er aus einem Münchner Hotel Gegenstände entwendet, darunter nach Angaben des Senders rund 100 Handtücher.

Jahre später folgte ein weiterer Fall. Rau hatte sich mit einem gefälschten Abiturzeugnis einen Studienplatz an der Hochschule Magdeburg-Stendal verschafft. Die Hochschule exmatrikulierte ihn wegen arglistiger Täuschung, 2017 verurteilte ihn das Amtsgericht Magdeburg wegen Urkundenfälschung zu acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung.

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Nach Darstellung des MDR erklärte Rau vor Gericht, seine damalige Kokainsucht habe eine Rolle bei seinem Verhalten gespielt. Er habe zu dieser Zeit nicht über ein zurechenbares Bewusstsein verfügt.

Neben den beiden Verurteilungen gibt es weitere Kontroversen um Rau. Der MDR berichtete über eine zeitweise Doppelmitgliedschaft bei CDU und AfD. Zudem wurden Chatnachrichten aus dem Jahr 2017 bekannt, in denen sich Rau abfällig über Geflüchtete äußerte und unter anderem vorschlug, seinen Keller als „Haftraum“ zu nutzen.

Rau und der spektakuläre Trump-Termin

International bekannt wurde der AfD-Politiker Ende 2024. Am Tag von Donald Trumps Wahlsieg hielt sich Rau im Trump-Anwesen Mar-a-Lago in Florida auf. Dort kam es zu einem direkten Treffen mit dem damaligen designierten US-Präsidenten.

Fotos und Videos zeigen Rau gemeinsam mit Trump. Nach Recherchen von t-online war Rau gemeinsam mit den AfD-Politikern Jan-Wenzel Schmidt und Kay Gottschalk in die USA gereist. In einem von Rau veröffentlichten Beitrag bezeichnete er den Handschlag mit Trump als eine „ewig währende Erinnerung“.

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Rau hatte sich bereits zuvor positiv über Trump geäußert. In sozialen Netzwerken stellte er einen Zusammenhang zwischen der US-Wahl und der internationalen Zusammenarbeit konservativer beziehungsweise rechter Kräfte her.

Rau erklärte damals, Patrioten müssten international stärker zusammenarbeiten. Trump wiederum wurde von ihm als Politiker dargestellt, der einen Beitrag zur Beendigung des Krieges in der Ukraine leisten könne. Engere Kontakte zum Umfeld der Republikaner pflegte innerhalb der AfD allerdings insbesondere Jan-Wenzel Schmidt.

Vom Kommunalpolitiker zum Landtagsmitglied

Rau ist innerhalb der AfD Sachsen-Anhalts schon länger politisch aktiv. Nach eigenen Angaben trat er 2013 der Partei bei und war das erste AfD-Mitglied im Jerichower Land. Seit 2019 gehörte er dem Stadtrat von Gommern und dem Kreistag an.

Sein politischer Aufstieg verlief schrittweise. Der jetzige Sprung in den Landtag ist für Rau ein deutlicher Karriereschritt. Im Wahlkampf setzte er vor allem auf Themen wie Sicherheit und Ordnung, Heimat, Energie und Landwirtschaft.

Raus Vergangenheit steht nun unter besonderer Beobachtung, weil er künftig selbst an der Gesetzgebung des Landes beteiligt ist. Die AfD gewann bei der Landtagswahl 43,8 Prozent der Zweitstimmen und wurde damit stärkste Kraft. Insgesamt verfügt die Partei über 39 der 83 Sitze im neuen Landtag.

Bereits während seiner Kandidatur für das Bürgermeisteramt in Gommern wurde die Vergangenheit des Politikers thematisiert. Die AfD im Jerichower Land verwies damals darauf, dass die angesprochenen Vorgänge lange zurücklägen und überwiegend den privaten Lebensbereich beträfen.

Entscheidend ist deshalb die zeitliche Einordnung. Die beiden Verurteilungen liegen viele Jahre zurück, während Rau in der Zwischenzeit kommunalpolitische Erfahrung gesammelt hat. Mit dem Direktmandat haben sich die Wähler im Wahlkreis Zerbst bewusst für einen Kandidaten entschieden, dessen Vergangenheit öffentlich bekannt und umstritten ist.

Rau selbst präsentiert seinen Lebensweg als Entwicklung. Schon während des Bürgermeisterwahlkampfs sagte er sinngemäß, ein Politiker müsse keinen perfekten Lebenslauf vorweisen.

Mit seinem Direktmandat hat Rau nun ein demokratisch legitimiertes Mandat erhalten. Die politische Bewertung seiner Vergangenheit bleibt davon getrennt. Im neuen Landtag wird sich zeigen, welche Rolle der bisherige Kommunalpolitiker innerhalb der starken AfD-Fraktion übernehmen wird.