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25 Jahre 9/11: Wie klein man sich fühlt, wenn man an diesen Tag zurückdenkt

25 Jahre 9/11: Wie klein man sich fühlt, wenn man an diesen Tag zurückdenkt

25 Jahre 9/11: Wie klein man sich fühlt, wenn man an diesen Tag zurückdenkt

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Es gibt Tage, die man nicht bewusst erlebt und trotzdem nie wieder vergisst. Der 11. September 2001 ist für mich so ein Tag – obwohl ich damals gerade einmal in der ersten Klasse war. Und je öfter ich in den vergangenen 25 Jahren an diesen Tag zurückgedacht habe, desto klarer wird mir: Ich war unfassbar weit weg von allem, was da wirklich geschah. Und trotzdem hat er sich in mir festgesetzt, als wäre ich mittendrin gewesen.

Alles begann damit, dass mich meine Omi aus dem Hort abgeholt hat. Da dieser nur einen kurzen Weg von der Wohnung meiner Großeltern entfernt lag, gingen wir zu Fuß rüber, zu meiner Omi und meinem Opa nach Hause. Ein Nachmittag wie jeder andere, dachte ich – bis der Fernseher anging.

📌 Chronologie des 11. September 2001 (Ortszeit New York)

07:59 Uhr: Vier Linienmaschinen (Flug AA 11, Flug UA 175, Flug AA 77, Flug UA 93) starten mit insgesamt 19 Entführern an Bord vom Nordosten der USA.

08:46 Uhr: American-Airlines-Flug 11 rast in den Nordturm (1WTC) des World Trade Centers in New York.

09:03 Uhr: United-Airlines-Flug 175 schlägt in den Südturm (2WTC) des World Trade Centers ein.

09:37 Uhr: American-Airlines-Flug 77 stürzt in das Pentagon, das Hauptquartier des US-Verteidigungsministeriums bei Washington, D.C.

09:59 Uhr: Der Südturm des World Trade Centers stürzt innerhalb von Sekunden ein.

10:03 Uhr: United-Airlines-Flug 93 stürzt nach einem Aufstand der Passagiere auf einem Feld in Shanksville, Pennsylvania, ab. Das Ziel war vermutlich Washington (Kapitol oder Weißes Haus).

10:28 Uhr: Der Nordturm des World Trade Centers bricht ebenfalls in sich zusammen.

17:20 Uhr: Das nahegelegene Gebäude World Trade Center 7 stürzt nach schweren Brandschäden ebenfalls ein.

Kaum waren wir in der Wohnung angekommen, lief RTL. Peter Kloeppel saß im Studio und führte durch eine Sondersendung, die – wie ich erst bei der Recherche zu diesem Text erfahren habe – über sieben Stunden am Stück ging. Sieben Stunden, in denen ein Mann versuchen musste, in Echtzeit zu ordnen, zu erklären und einzuordnen, was gerade unfassbar war.

Ich war sechs Jahre alt und habe davon vermutlich nur einen Bruchteil wirklich verstanden. Aber die Bilder selbst habe ich bis heute extrem präsent vor Augen: wie die beiden Türme einstürzten, während im Hintergrund weitererzählt wurde, was gerade geschah.

Wie klein man sich fühlt, wenn man zurückdenkt

Wenn ich heute, 25 Jahre später, an diesen Tag zurückdenke, überkommt mich vor allem eines: ein Gefühl von Kleinheit. Ich saß sicher und warm in der Wohnung meiner Großeltern, tausende Kilometer entfernt von New York, umgeben von Menschen, die mich liebten – während zur gleichen Zeit Menschen um ihr Leben rannten, Familien um ihre Angehörigen bangten und Rettungskräfte in etwas hineinliefen, aus dem sie nie wieder herauskommen sollten. Und mittendrin: ein Mann wie Peter Kloeppel, der sieben Stunden lang die Fassung bewahren und einem ganzen Land erklären musste, was gerade die Welt aus den Angeln hob.

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Verglichen damit war meine eigene Betroffenheit verschwindend gering. Ich habe niemanden verloren, kannte niemanden vor Ort, war in keiner Weise unmittelbar Teil dieser Katastrophe. Und trotzdem hat sich dieser Tag eingebrannt – die Bilder, das Gefühl im Raum, die Stimme aus dem Fernseher. Es war, als würde ich als Kind zum ersten Mal spüren, dass es Ereignisse gibt, deren Ausmaß man gar nicht wirklich begreifen kann, so sehr man sich auch bemüht. Nicht damals als Sechsjährige. Aber ehrlich gesagt auch bis heute nicht wirklich.

Eine Wucht, die man nie ganz greifen kann

Das ist es, glaube ich, was der 11. September für mich bis heute ausmacht: dieses Gefühl, jedes Jahr aufs Neue an einen Tag zurückzudenken, der einen selbst kaum betraf – und sich dabei trotzdem unglaublich klein zu fühlen angesichts dessen, was tatsächlich passiert ist. Die Gewalt, die Dimension, das menschliche Leid dahinter – all das lässt sich aus der sicheren Distanz eines Wohnzimmers bei den Großeltern niemals wirklich erfassen.

Man kann sich erinnern, man kann betroffen sein, man kann Jahr für Jahr innehalten. Aber wirklich begreifen, was Menschen an diesem Tag durchlebt haben – das bleibt einem, aus dieser Distanz heraus, für immer verwehrt. Vielleicht ist genau das der Grund, warum dieser Tag mich nie wieder losgelassen hat: nicht, weil ich glaube, ihn wirklich verstanden zu haben. Sondern weil ich bis heute weiß, dass ich es wohl niemals kann.