Der 11. September 2001: Ich kam aus dem „Movie Park“ und nichts war mehr wie vorher

Der 11. September 2001: Ich kam aus dem „Movie Park“ und nichts war mehr wie vorher
Es gibt diese Tage, an die man sich sein Leben lang erinnern wird. Diese Tage, die einem nie mehr aus dem Kopf gehen, von denen man auch Jahre später noch genau weiß, wie sie abliefen. Der 11. September 2001 war genau ein solcher Tag. Er war ein Tag, der die Welt auf den Kopf stellte. Nach dem nichts mehr so war, wie vorher. Ich weiß noch genau, was ich damals gemacht habe. Ich war 13 Jahre alt. Mit meiner Schulklasse war ich am frühen Morgen in den Zug gestiegen. Das Ziel: Der „Movie Park Germany“.
Damals hieß der Freizeitpark noch „Warner Brothers Movie World“. Wandertag. Wir hatten damals das Abkommen mit unserem Klassenlehrer, dass wir uns stets abwechselten, was die Inhalte der Wandertage anging. Ein Halbjahr eine Spaß-, danach wieder eine lehrreiche Veranstaltung. Dass dieser Spaß-Tag in unvorstellbarem Grauen enden würde, konnte am Morgen noch niemand ahnen.
📌 Was geschah am 11. September 2001?
Am 11. September 2001 verübte das Terrornetzwerk Al-Qaida koordinierte Anschläge auf die USA, bei denen insgesamt vier Passagierflugzeuge entführt wurden.
Zwei Maschinen wurden in die Türme des World Trade Centers in New York gesteuert, die wenig später einstürzten.
Ein weiteres Flugzeug traf das Pentagon bei Washington, während die vierte Maschine nach dem Widerstand von Passagieren in Pennsylvania abstürzte.
Bei den Anschlägen kamen fast 3.000 Menschen ums Leben; sie führten unter anderem zum von den USA ausgerufenen „Krieg gegen den Terror“ und zum Krieg in Afghanistan.
Und so hatten wir Spaß. Fuhren mit den Achterbahnen, aßen ungesundes Zeug, genossen den Tag. Nachmittags ging es dann wieder nach Hause. Auch wieder mit dem Zug. 16 Uhr etwa muss es gewesen sein, als wir wieder in Dortmund ankamen. Handys mit Internet hatten wir damals nicht. Und so gingen meine Freunde und ich fröhlich lachend unserer Wege. Nichtahnend, dass uns das Lachen bald vergehen würde.
Mit versteinertem Blick saß meine Mutter vor dem Fernseher, als ich unsere Wohnung betrat. Auf dem Bildschirm immer wieder die gleichen Bilder. Ein Flugzeug flog in das „World Trade Center“. Rauch, Asche. Ich setzte mich zu ihr. Wir hörten dem Moderator zu. War es RTL, vielleicht ARD … ich weiß es nicht mehr. Er sprach von Toten, von Verletzten. Später von Terror-Anschlägen. Wir sahen George W. Bush. Wir sahen Menschen, die um ihr Leben rannten.
Ich bewegte mich den ganzen Abend nicht mehr vom Fernseher weg. Konnte einfach nicht wegschauen. Wenn ich heute – 25 Jahre später – die Bilder von damals sehe, habe ich immer noch dieses flaue Gefühl im Bauch. Noch immer schießen mir Tränen in die Augen. Es war ein Tag, der alles verändert hatte. Der so schön begann und so schrecklich endete. Ein Tag, der unsere Welt, wie wir sie kannten, für immer auslöschte.
Auch Regisseur Johan von Mirbach erinnert sich an den 11. September 2001. Und drehte einen Film für die ARD.